23_ 6B.Sozialticket.org ~
            Latest News zur Fightline um verbilligte Fahrkarten fuer Bus &  Bahn
                 bei Bezug von Cash vom Counter des Sozialgesetzbuch [SGB]
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Gesammelte Artikel mit Bezug zu Berlin, S-Bahn GmbH, BVG &  VBB
~ Sozialticket.org/23_6 ~
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~ * ~ 17.08.2010 ~ * ~
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Was der Markt sagt ::: 33 € SozialTicket iss' zu teuer ...
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BVG meldet Rekorde beim Schwarzfahren
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So lautet das Fazit der stets um Ordnung &  Umsatz besorgten Berliner Morgenpost vom 07. August 2010.
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Jetzt soll die Zahl der Schwarzfahrer durch
ihre Aufnahme in den Stand der Kontrolleure kaschiert werden.
Die wahren Ursachen fuer die schwindende Akzeptanz
der Fahrkarte bleiben dabei aussen vor.
Erst waren es lange Zeit 2 bis 3%. Dann fuhren 3,8% schwarz.
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Und jetzt nennen die Berliner Verkehrsbetriebe Quoten von 4 bis 6% die bei Kontrollen ohne gueltiges Ticket angetroffen werden.
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Auf einigen Strecken zu bestimmten Tageszeiten
sogar nicht unter 23%.
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Der Fahrschein ist out, es lebe das Freie Fluten...
koennte man bilanzieren.
Denn damit befindet sich unter 20 Einsteigenden in der U-Bahn mindestens einer, der die Mohrenklasse bevorzugt.
Bereits in den Monaten Maerz &  April des Jahres 2009
schwirrten Meldungen durch die Berliner Medien,
dass die Zahl der Schwarzfahrer bei S-Bahn und BVG
dramatisch steige.
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Schon damals war von bis zu 6% aller Passagiere war die Rede,
wobei offenbar gewisse Unterschiede zwischen den Strecken bestehen. Und zwar parallel zum Sozialindex.
 
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Frueher galt mal 2% als normaler Wert und der wird in manchen Gegenden der BRD auch heute noch erreicht. Oft resultiert derlei geringes Wachstum der Schwarzen Zunft zumindest an wenig Besucher magnetisierenden Orten gar nicht mal aus hohem Einkommen der Bevoelkerung, sondern einer eher passiven Einstellung der MarkT- Teilnehmer. 
Schon 2009  analysierte man das Problem in der Richtung,
dass Einsparungen bei der Zahl der Kontrolleure jenes Meer
zueck
: freier Zeit habe ansteigen lasse, das nun den Ertrag
der Berliner Verkehrsbetriebe mit Dammbruch bedroht.
Hinzu kommt sicherlich, dass die juristische Raffinesse
informierter Fahrgast : Kohorten gleichfalls deutlich angestiegen
ist. Es bewegen sich immer mehr schwarz, die im Alltag wie im
Gerichtssaal leben und ganz auf erfolgreichen Anwalt machen.
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Doch auch der Buschfunk verbessert seine Verhaltensregeln
zunehmend. Ein Trend der quer durch alle sozialpolitischen
Sektoren erkennbar ist &  Oft alles in den Schatten stellt,
was man in der heimatlichen Stadtbibliothek unter der Rubrik "Recht" erlesen koennte.  
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Denn immerhin geht es ja auch um die informelle Pyramide
des Info : Fighting bei dem ein Gerangel zwischen Anbietern
von Sozialen Handlungsanweisungen entstanden ist die
jeweils um ihr entsprechendes Ranking beim Publikum kaempfen.
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Hier geht es heute zu,
wie sonst nur noch in der Branche der Steuerberater.
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Was sonst haette man sich von Hartz IV
auch
als Haupteffekt erwarten koennen.  
Dass insbesondere das Thema Fahrpreise darueber hinaus auch
als Schlachtfeld sozialer Tauziehen relevant bleibt, verdeutlicht
die Zahl der in Haft sitzenden Schwarzfahrer.
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In der JVA Ploetzensee, wo 1944 die Verschwoerer des 20. Juli hingerichtet wurden sind es heute mehr als ein Drittel aller Insassen.
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Das Schwarzfahren hat hier das Fahren ohne Fuehrerschein
&
 Nichtbegleichen von Unterhaltszahlungen als Grund
Nr. 1 einer Inhaftierung inzwischen ueberholt.  
Die Gesellschaft laesst sich derlei offene Fragen der Gestaltung
ihrer Mobilitaet eben etwas kosten. Denn soviel ist sicher :
Irgendwann frisst der Aufwand fuer die polizeiliche &  Juristische Bearbeitung des Schwarzfahrens jene Zahlungen auf, die man
beim staatlichen Zuschuss fuer den OePNV einsparen will.
Schon die Versuche der BVG ihr Kontrollgeld bei den Erwischten einzutreiben sprechen eine deutliche Sprache.
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Im Vergleich zu den Erfolgsquoten der Siebziger Jahre sinkt die entsprechende Abteilung ihrerseits heute sogar immer mehr dem Break Even Point entgegen, an dem sie selbst mehr Kohle verbraucht, als sie am Ende wirklich einziehen kann.
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Die sehr hohe Konzentration von Arbeitslosen fuehrt in der Hauptstadt dazu, dass bei vielen nur Kosten durch die erforderliche Bearbeitung ihres Falles entstehen und dann eine GebuehrenTabelle fuers Gerichtliche aufklappt, die von der BVG zusaetzlich bezahlt werden muss. Oder sie hisst rechtzeitig die Weisse Fahne.
Der erwischte Schwarzfahrer entpuppt sich so
fuer die Verkehrsfirmen als regelrechte Kostenfalle.
Dabei wirkt das Schwarzfahren zugleich wie ein Sensor,
der tiefer liegende Probleme spiegelt.
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Es ist naemlich keineswegs nur die Dialektik zur Dichte der Kontrollen, die fuer wechselnden Pegelstand bei den Prozentzahlen ertappter Schwarzfahrer sorgt.  
::: Denn mehr Kontrollieren
kann ebenso gut auch zu "weniger fahren" fuehren.
Es sinkt dann lediglich das Volumen der Fahrten mit der BVG ein wenig, was sich bei den Prozenten nicht zahlender Akteure jedoch besonders signifikant auswirkt.
Wozu die Statistik bislang gar nichts verraten will, ist der soziale Hintergrund der Schwarzfahrer. Anzunehmen ist immerhin, dass die Zunahme auch mit der immer unertraglicher werdenden Enge vom runter gerechneten Regelsatz sowie den Zehntausenden von Sperren bei Sozialleistungen in Verbindung steht. Dass also Langzeitig Arbeitslose sowie sonstige von Grundsicherung lebende das Gros der ansteigenden Flut verzweifelter Schwarzfahrer stellen.
Hier liegt des Drudels Kern dann in erster Linie darin, dass der Regelsatz fuer ihre Einkommen die wirklichen Kosten der Existenz nicht deckt. Und natuerlich in sich zunehmend verschaerfender Weise auch, dass in Berlin mit mehr als 30 € das Monatliche Sozialticket doppelt so viel kostet wie die Bundespolitik fuer Fahrtkosten in den Regelsatz hinein rechnet.
Solange die hier erforderliche Anbindung der realen Fahrtkosten an die Vorgaben vom Regelsatz durch einen speziellen Paragraphen im Sozialgesetzbuch [SGB] nicht verwirklicht wird, den Sozialnetz & Blumenwiese bereits seit zehn Jahren fordern, sammelt sich immer weiterer Sprengstoff in den Delierien der VerfolgungsJagten durch U.Bahnschaechte und auf den Treppen der Doppeldecker.
Daneben duerfte die Ausweitung der EU die Zahl von Schwarzfahrern gerade um Berlin herum in die Hoehe treiben. Insbesondere Reisende aus jenen Staaten, deren Lebenskosten deutlich niedriger sind als in Berlin werden vor dem Erwerb eines Fetzen Papier zurueck schrecken, der ihren Etat dramatisch dezimiert.
Genaue Zahlen liefert die BVG hierzu nicht, aber beide Faktoren werden durch mehr Kontrollen nicht verschwinden sondern sich lediglich ins schwerer Sichtbare verlagern.
Auch was die immer besseren Raubdrucke von BVG - Tickets angeht, bewegt sich der Trend treu auf den Pfaden unserer Prognose.
Hier gelang nach Jahren des Zauderns bei den Druckern nun doch der Griff zur Monatskarte. Denn hier liegt eindeutig das eigentlich boomfaehige Busines, das zugleich jene strukturelle Vernetzung unter den Usern beschleunigt deren eine "Gegenkultur" bedarf die sich nicht auf schlichte Folklore reduziert.
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Um wirklich mithalten zu koennen, waren in den Druckereien umfangreiche Investitionen erforderlich. Vor denen schreckten sie bislang zurueck, weil nicht absehbar schien, wie dauerhaft sich die Verteilernetze etablieren konnten &  Ob sich das Wettrennen mit der Technologie des Offiziellen Ticketwesens am Ende rentiert.
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Die Politik hat jedoch die erforderlichen Voraussetzungen in gewohnter Weise zielstrebig geschaffen.
Wie interessant sich der Wettbewerb hier auch weiterhin
befruchten wird, verdeutlicht eine Empfehlung der
Pressesprecherin von'ne BVG Petra Reetz.
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Sie sieht Chancen fuer Papiere, die den offiziellen Kauf dokumentieren. Etwa einen Vertrag ueber's Abonnement.
Oder die Quittung, die der Automat beim Drucken mit ausspuckt.
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Den soll sich die am Kauf eines "gebrauchten" Monatsticket's Interessierte vorzeigen lassen um so sicher zu gehen,
dass der Fahrschein echt ist.
Dieses Gefuehl gehobener Sicherheit
beim ambulanten Fahrscheinkauf zu erzeugen
wird den Faelschern ja doch sicherlich nicht schwer fallen.
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Der finale Dienst am Kunden wird sonst ja geradezu zwecks Ergattern einer solchen verkaufs
: foerdernden Bescheinigung
zum Automaten getrieben.
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Hierdurch wuerde die Kette der beglaubigten Ticketdeal's
jedoch bei der BVG selbst beginnen &  Eine saubere Trennung
von Ober- & Unterwelt immer schwerer.
Und daran kann nun wirklich keine der handelnden Parteien interessiert sein...
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Denn am Ende stuende dann vermutlich eine Serie von Argumentationen vor Gericht, die darauf abstellen, dass der Fahrschein mit Sicherheit urspruenglich korrekt erworben, irgendwann in der Umkleidekabine vom Sportverein jedoch
von Dieben ausgetauscht worden sein muss.
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Am  07. August 2010 berichtete die
Berliner Morgenpost
ueber die Rekorde des Schwarzfahrens.
Weil der Demographische Wandel
immerhin wenigstens das Schwarzfahren
offenbar in keiner Weise beeinflusst.
Google zur aktuellen Lage der Schwarzfahrer in Berlin
Wie das Schwarzfahren durch die Suchmaschine geistert
=================1st site_pub 23_6 ::: 24.05.2004 ==============
Sozialticket.org/23_6 ~
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 ================ 1st site_pub: 17.08.2010 ================

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VBBerl_010.Schwarzfahrer_Rekord_BVG_2010.html ~ 

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